Waldprojekt

 

Vier Wochen im Jahr, meist im Mai, findet unser Waldprojekt statt.


Kinder brauchen Natur, und Kinder lieben echte Abenteuer. Sie mögen Abwechslung und Bewegung, aber auch Ruhe und Entspannung. Der Wald ist dafür ideal geeignet.

Der Wald ist für Kinder ein Abenteuerspielplatz der besonderen Art. Waldtage ermöglichen Kindern intensive Naturerlebnisse. Sie bieten viel Raum für ihre Bewegungs- und Entdeckungsfreude. Kinder haben ein natürliches Bewegungsbedürfnis. Dieses genügend zu befriedigen, ist Grundvoraussetzung für das Lernen und Denken.

Im Wald können die Kinder ihren Drang altersgemäß ausleben.

 

Wenn Kinder sich bewegen, lernen sie nicht nur, ihre Muskeln zu gebrauchen und ihr Gleichgewicht zu beherrschen.

Die Entwicklung der Bewegungsmöglichkeiten ist untrennbar verbunden mit der Entwicklung des Denkens, des Fühlens

und der Sinnesempfindung. Die freie und ungestörte Bewegungsentwicklung ist die Basis allen weiteren kindlichen

Lernens. 


Im Wald kann eine Ruhe erfahren werden, wie sie die Kinder in ihrem Alltag häufig kaum noch erleben. Hier werden Dinge bemerkt, die einem vorher nicht mehr bewusst waren, wie z. B. das Rauschen der Blätter im Wind oder ein kleiner Käfer.

Im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, mit geheimnisvoll wirkenden Bäumen und ungewohnten Geräuschen, wird die
Phantasie und Kreativität der Kinder angeregt. Eine Buchecker wird zu einem kleinen Zwerg, ein Tannenzapfen wird zu
einem kleinen Mäuschen oder ein Stück Baumrinde wird zu einem Schiffchen.  Die Kinder werden zum eigenen
Handeln herausgefordert.
Ganz nebenbei und spielerisch wird die Motorik der Kinder gefördert.  Sie gehen, laufen, rennen auf unebenem Boden,
wo man Löcher, Baumwurzeln und herumliegende Äste berücksichtigen muss.
Der Waldboden ist mal hart und steinig, mal weich und mit Moos bedeckt. Alles ist eine Herausforderung für das 
kindliche Nervensystem. 
Die Kinder passen sich an, sie klettern, springen, rennen oder kugeln sich hinunter. Sie probieren ihre Kräfte aus, indem 
sie den Bollerwagen ziehen, Holz schleppen und „Häuser“ oder Unterschlüpfe bauen. Dabei lernen sie, ihre Bewegung zu 
koordinieren, Kraft zu dosieren und entwickeln ihren Gleichgewichtssinn weiter. Beim spielerischen Bezwingen von
natürlichen Hindernissen wie Baumstämmen, kleinen Abhängen oder Gräben lernen die Kinder sich selbst richtig 
einzuschätzen und ihre Ängste zu überwinden. Sie erleben die Möglichkeit und die Grenzen ihres Körpers und lernen diese
zu akzeptieren. Dadurch wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in selbstständiges Handeln.
Die Kinder lernen außerdem, Gefahren einzuschätzen und sie zu bewältigen.
Kinder im Vorschulalter müssen in erster Linie ihre grobmotorischen Fähigkeiten gut ausbilden, damit sich darauf 
aufbauend ihre Feinmotorik weiterentwickelt. Im täglichen Umgang und beim Bearbeiten von Erde und Matsch wird
die Geschicklichkeit ihrer Hände und Finger gefördert, ebenso während des behutsamen Umgangs mit Käfern und 
anderen kleinen Lebewesen, beim Schnitzen oder Sägen oder dem konzentrierten Bau mit Stöcken, Steinen und Moos.
Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die gesamte kindliche Entwicklung förderliche
Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können.

Im behutsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren des Waldes lernen Kinder ganz nebenbei die
Natur zu schätzen und zu schützen. Nur was man einmal lieben gelernt hat, wird man auch schützen.  
Bewusst machen wir die Kinder auf Müll oder Abfall in der Natur aufmerksam und entsorgen diesen dann gemeinsam.
In diesen Wochen sind wir zu Besuch im Wald, im Zuhause der Wildtiere. 
Die Gruppendynamik und die Spielpartner ändern sich oft während unserer Projekte. So auch während der Waldtage. 
Plötzlich sind Kinder interessant, weil sie kreative Ideen beim Bauen oder einladende Spielvorschläge haben. Auffallend
ist während dieser Zeit, dass untereinander wenig Konflikte herrschen. Die einzelnen Spielgruppen können weitgehend 
ungestört ihr Spiel verfolgen und sind auch räumlich wenig beengt. Es gibt natürlich einen begrenzten Spielbereich,
der während der ersten Tage regelmäßig besprochen wird.